de |

Toni Schmale

feuerbock

Der Neue Wiener Kunstverein zeigt mit „feuerbock“ eine ortsspezifische skulpturale Installation der Künstlerin Toni Schmale, die sich auf die Verwendung des Andreaskeuzes1im Zuge von SM-Praktiken bezieht. Im Sinne eines Fetischbegriffs, als gesellschaftskritisches Werkzeug, verhandelt die Installation, in situ, ästhetische Brisanz, Projektion, Entzug, Begehren und die damit verbundenen Machtkonstellationen, bezogen auf die Utopie eines vermeintlich konsensualen Ortes. Toni Schmale manifestiert solchermaßen mit „feuerbock“ im Hochhaus Herrengasse 6, als erstes und 1932 höchstes Hochhaus in Wien, ein verzogenes Gipfelkreuz im Sinne Franceso Petrarcas „Die Besteigung des Mont Ventoux“.

`feuerbock` ist die neueste Arbeit der Serie `fuhrpark` von Toni Schmale in der die Künstlerin konsequent das Spielfeld des Begehrens dekliniert.

„(…)die Maschinen sind Angeber und bieten ein Handlungsgerüst für ein Spielfeld des Begehrens und der macht an. sie geben die Möglichkeit einer sportlichen Verhandlung zwischen greifbar polarisierenden Positionen (top/bottom), die switchen können. Basis ist die Einvernehmlichkeit der Praxis. Verausgabung ist das Codewort. Es sind Maschinen, die begehren. sie laden nicht ein, weil sich ihre Funktion nicht offenbart. Sie machen kein einfaches Angebot und folgen einer eigenwilligen inneren Logik, die sich nach außen verstellt. wenn sich keine innere Logik erschließt, bleiben sie abstrakt. Anders als Fitnessgeräte sind sie nicht an eine konkrete Handlung, an eine definierte Disziplinierung des Körpers, gebunden. es gibt keine zielgerichtete Funkion, die ein Ergebnis verspricht.“ (Toni Schmale)

1Das Andreaskreuz (lateinisch crux decussata zu lat. decusso aus decem u. asses: Zehn Asse, Zehnerzahl, in der Form eines X) ist ein Kreuz mit zwei diagonal verlaufenden sich kreuzenden Balken.
Der Name verweist auf den Apostel Andreas, der an einem solchen Kreuz als Märtyrer gestorben sein soll. Die Form des Andreaskreuz taucht in sehr unterschiedlichen Kontexten auf. Hier einige Beispiele der Verwendung dieses Symbols: im Fachwerkbau, als Gefahrensymbol, in Fahnen und Wappen, als Verkehrszeichen sowie im BDSM-Kontext.

Biografie

geb 1980 (lebt und arbeitet in Wien)

2014
One Work Gallery, Salvatore Viviano, Wien/AT, (solo)
Selbstauslöser, Museum der Moderne, Salzburg/AT
ON PAPER, Christine König Galerie, Wien/AT
Moskau Biennale für junge Kunst, A TIME FOR DREAMS, Moscow Museum, Moskau/RU
Cc, in Kooperation mit Wally Salner, VBKÖ, Wien/AT

2013
Praxis der Liebe, Salzburger Kunstverein, Salzburg/AT
is my territory, Christine König Galerie, Wien/AT

2012
Rosa Arbeit auf goldener Strasse, xhibit, Wien/AT

2011
Birgit-Jürgenssen-Preis
Donaufestival, Synaptic Driver, in Kooperation mit Laurette Rasch und Phini Gonzales, Krems/AT
Trans*_Homo. Von lesbischen Trans*schwulen und anderen Normalitäten“, in Kooperation mit Persson Baumgartinger, Schwules Museum, Berlin/DE

2007
von der Liebe, Galerie Nord, Berlin/DE

2006
Das Achte Feld — Geschlechter, Leben und Begehren in der Kunst seit 1960, in Kooperation mit Winja Lutz, Museum Ludwig, Köln/DE

Fotos | Photos ??

Eröffnung 12.3.2015, 19:00
Ausstellung 13.3.–9.4.2015
Kuratiert von Felicitas Thun-Hohenstein

mit freundlicher Unterstützung
Bundeskanzleramt Wien
Hochhaus Herrengasse Wien
Wien Kultur