exhibition
Sriwhana Spong
April 20 – May 11, 2012
Die erste Ausstellung in diesem Jahr widmet sich der neuseeländischen Künstlerin Sriwhana Spong.
Spongs künstlerische Praxis greift auf Elemente der modernen Abstraktion zurück und führt sie, indem sie
ihre persönliche Körpersprache entwickelt, in Bereiche des Tanzes und der Mythologie über. Mit komplexen,
filmischen und realen Installationen, die sowohl auf Videoarbeiten und Super8 – Projektionen basieren,
als auch mit rätselhaften Skulpturen und Collagen, in denen sie Fragmente der Populärkultur der 70er Jahre
mit Ritual, Realität und Mythos verflechtet, versucht sie der Entstehung von Geschichten und der Art und
weise, in der sie erzählt werden, nachzuspüren.

In der Ausstellung in Wien werden ihre zentralen Video- und Filmarbeiten "Lethe – wards"und "Costume for
Mourner" sowie Collagen präsentiert.

"Costume for Mourner" rekonstruiert die Tanzchorgeografie aus dem Ballett "Le Chant du Rossignol", das
anhand Hans Christian Andersen's Märchens "Die Nachtigall" von Igor Stravinsky und Gorge Balanchine für
Djagilews Ballett Russes entwickelt wurde. Die Geschichte der Nachtigall erzählt vom Chinesischen Kaiser,
der seine Nachtigall gegen einen mechanischen Vogel austauscht, der jedoch bald defekt wird. Durch die
Rückkehr der lebenden Nachtigall erholt sich der Kaiser nicht nur von schwerer Krankheit, er erfährt auch
über den wundervollen Gesang des kleines Vogels von der Welt außerhalb seines Palastes und höfischen
Lebens. Spong spricht dabei eine berührende Geschichte über Mensch und Natur, das Leben und die
Technik, das Sterbliche und Ewige an.

Es existieren keine Originalaufnahmen von "Le Chant du Rossignol" aus dem Jahr 1925, da Djagilew der
Meinung war, dass die Filmtechnologie der damaligen Zeit nicht im Stande war die Bewegungen seiner
Tänzer genügend wiederzugeben. Die einzigen verbliebenen Artefakte des Balletts sind wenige Fotos der
Tänzer sowie der speziell von Henri Matisse für das Ballett entwickelten Kostüme.
"Costume for Mourner", dargestellt und choreografiert von Benny Ord wird so einerseits ein träumerischer
Tanz über das, was verloren gegangen ist und andererseits eine zeitgenössische und persönliche
künstlerische Synthese zwischen Körper, Kostüm, Bild und Bewegung.

"Lethe-wards" zeigt in einer Doppelprojektion das Paar der Hauptcharaktere des Balletts "Le Chant du
Rossignol".
Mit dem Titel "Lethe-wards", nimmt Spong Bezug auf den Namen eines der Unterweltflüsse der griechischen
Mythologie, Lethe, dessen Wasser seine Trinker ihre Erinnerungen vergessen lässt . Spong thematisiert
diesen Verlust, indem aus den wenigen verbliebenen Erinnerungsfragmenten einen Tanz zwischen dem
Kaiser und seiner Nachtigall entwickelt .
In "Lethe-wards" umfasst zwei Filme – der erste Farbfilm zeigt den Tanz des Kaisers in Digitalfassung und
der zweite, in schwarz-weiß gedreht auf 35 mm Film, präsentiert die tanzende Nachtigall.
Auch die Collagen von Sriwhana Spong befassen sich mit Momenten der Dynamik und Bewegung und ihrer
räumlichen und zeitlichen Dimension und verbinden diese zu geometrischen Figuren und Formen. Über die
Wechselwirkung zwischen Geometrie und der organischen Struktur der Körper der Tänzer sagt Spong:
"there are no full stops to the body, just lines that go on."
"The collages relate to the films by being of Balanchine and or his choreographies. They are explorations into
images and their dispersion, as well as the experienced event and its representation. In my research for the
two films I kept coming across duplicates of images in different books- where each image would be slightly
different depending on paper stock, size, print ink etc. I enjoyed the instability that these shifts created. Other
collages are different view points of the same dance - so there is a sense of a shifting and roving viewpoint.
The triangle shape that I cut out to reveal one image behind the other is based on the chevrons of the
Matisse costume used in Costume for a Mourner."
Spongs künstlerische Arbeiten verbinden Kunst,Tanz und Narration, Bewegung, Raum, Zeit und Bild. Sie
basieren auf Recherchen und Analogien, die durch historische und kulturelle Distanz, durch persönliche
Erinnerungsarbeit ntellektueller und körperlicher Verwandlung in eine betörende und geheimnisvolle Welt
entführen.

Sriwhana Spong wurde in Auckland (Neuseeland)1979 geboren. Seit ihrem Abschluss 2001 an der Elam School of Fine Arts Universität Auckland ihre Arbeiten wurden in Einzel- sowie Gruppenausstellungen in Australasien, USA und Europa gezeigt. Einzelausstellungen (Auswahl): Gertrude Contemporary, Fitzroy, Melbourne Australien, Art Statements, Art Basel, Schweiz (2010); Michael Lett Gallery, Aukland, For Keeps, Auckland Art Gallery, Auckland; New World Records, Sutton Gallery, Melbourne (2009); Turbulence: 3rd Auckland Triennial, Artspace, Auckland (2007); A Tale of Two Cities, Busan Biennale, Busan (2006); Cultural Futures, St. Paul Street Gallery, Auckland (2005), Break Shift, Govett-Brewster Art Gallery, New Plymouth (2004). 2005 Spong hat den Preis Trust Waikato National Contemporary Art Award bekommen,2007 war sie Artist in Residence des Artspace Sydney und 2008 beim ISCP Studio Residency Program in New York.

Mit freundlicher Unterstürzung von Michel Lett Gallery, Aukland
Neuer Kunstverein Wien
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Contact: Katarzyna Uszynska
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