de |

Simon Schubert

Mit der letzten Ausstellung in diesem Jahr zeigt der Neuer Kunstverein Wien das Projekt von dem in Köln lebenden und arbeitenden Künstler Simon Schubert. Simon Schubert bedeckt oft in seinen Installationen ganze Wände und Decken des Ausstellungsraumes mit weißem Papier und verwandelt diese in labyrinthisch anmutende Räume. Schubert bearbeitet das Material durch filigrane Faltungen und lässt so Ornamente, Vertäfelungen und komplexe architektonische Bilder entstehen. Die gefalteten Bilder und Strukturen treten im Streiflicht hervor und sind erst im Spiel von Licht und Schatten wahrnehmbar.

In seinen Arbeiten werden oft leere Räume mit literarischen Geschichten verwoben. In seinem Projekt „House Asher“, 2011 aus dem einzelne Arbeiten in Wien zu sehen sein werden, macht er eine Referenz zu Edgar A. Poes gleichnamigen Erzählung.

Das Werk Samuel Becketts interessiert Schubert sowohl auf der inhaltlichen als auch der formalen Ebene. Becketts literarisches Werk wurde zur Inspiration Schuberts ersten Faltungen. Einerseits die Auflösung ganz in Weiß sowie die Reduktion spiegelte den Beckettschen Gedanken in seinen Papierarbeiten.

In der Ausstellung in Wien zeigt Simon Schubert sein Projekt, wo er gemeinsam mit einem Architekten im Jahr 2010 ein großes Haus, das nach dem Vorbild der Villa de Bank aus dem 19 Jh. in Enschede in den Niederlanden entstand, mit einem CAD-Programm entworfen, wobei die Wandverzierungen und Stuck sehr reduziert dargestellt wurden. „Der Gedanke war mit Hilfe des CAD Programms einen übergeordneten Komplex zu erstellen, der dann in die Einzelbilder aufgeteilt wird. Dies sollte auch der Editionsgedanke an diesem Projekt sein, obwohl die Arbeiten natürlich alles Unikate sind. Im Film wird dann wieder die gesamte Edition zusammengefügt.“ Aus den CAD Entwürfen sind hundert Einzelblätter entstanden.

Die hundert Bilder stellen einen Durchgang durch die Villa und gleichzeitig ergeben sie in der fotografierten Abfolge einen Stop-Motion Film. In der Ausstellung werden eine Auswahl der Papierarbeiten sowie der Film zu sehen sein.
„Ein interessanter Gedanke, der in allen Arbeiten vorhanden ist, ist Architektur als gefaltete Fläche zu verstehen. Ein sehr mathematischer Ansatz mit dem ich immer wieder auf verschiedene Weise spiele, bzw. zwischen Raum, illusionärem Raum und Abbild von Raum hin- und herspringe. Bei der Edition nähere ich mich auch diesem Thema. In vielen anderen Bildern sind oft Spiegel oder Durchsichten und Bilder, die die illusionäre Räumlichkeit der Bilder in Frage stellen oder ergänzen. Es wird unklar, was Raum, Bild oder Abbild von Raum ist. Bei den großen Papierinstallationen gehen die Bilder in den tatsächlichen Raum über und setzen diesen fort.“

Wie in einem Geisterkabinett bewegt man sich durch sich wiederholende Muster und mysteriöse Bilder. Alle in den Faltungen geschaffenen Räume könnten als ein Kontinuum betrachtet werden. Alle folgenden Blätter sind wiederum Teilansichten eines imaginären labyrinthischen, endlosen Gebäudes mit Korridoren, Treppenhäusern, Kabinetten, ein Ort an dem es immer nur weiter geht und dessen Türen keine Ausgänge sondern nur Zugänge zu anderen Räumen sind. Der Blick verliert sich in einer Welt der permanenten Vervielfältigung, Wiederholung, Kopierung.

Biografie

Simon Schubert
Geb. 1976 in Köln, DE. Lebt und arbeitet in Köln
1997 – 2004 Studium Freie Kunst / Bildhauerei bei Prof. Irmin Kamp an der Kunstakademie Düsseldorf
2001 – 2004 Assistent von Prof. Paul Good, Lehrstuhl für Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf

Ausstellungen (Auswahl)

2013
Das Carbinett, van der Grinten Galerie, Cologne, (solo)
The Unexcpected Answer, Bodson-Emelinckx gallery,  Bruxelles, Belgium (solo)
Blind Space, Abtei Brauweiler, Brauweiler
Dämmerfluchten, Galerie Thomas Modern, Munich (solo)
Hair! Das Haar in der Kunst von der Antike bis Warhol – von Tilman Riemenschneider bis Cindy Sherman, Ludwiggalerie, Schloss Oberhausen, Oberhausen

2012
Schattenfuge, Städtische Galerie Villa Zanders, Bergisch Gladbach, Deutschland (solo)
Lucid Dreams, Galerie Thomas Projektraum, München, Deutschland (solo)
Trait papier, un essai sur le dessin contemporain, Museum of Fine Arts of la Chaux-de-Fonds, La chaux-de-Fonds, Schweiz
Philara, Düsseldorf, Deutschland (solo mit Markus Karstiess)
Zeitgespenster, Museum Schloss Morsbroich, Leverkusen Deutschland

2011

Haus Ascher, Kunstverein Bregenz, Bregenz, Österreich (solo)
Quergänger, Kunstverein Lo spirito del Lago, Stresa, Italien
Walking the line III, Kudlek-van der Grinten Galerie, Köln
Von Engeln und Bengeln, Kunsthalle Krems, Krems, Österreich
Projektraum, Galerie Thomas, München, Deutschland

Fotos | Photos ?

Eröffnung 11.12.2012, 19:00
Ausstellung 
12.12.–15.1.2013
Ort Hochhaus Herrengasse 6–8, Top 79, 1010 Wien

mit freundlicher Unterstützung
Bundeskanzleramt Wien
Hochhaus Herrengasse Wien