exhibition
Tanja Roscic / Loredana Sperini
May 17 – June 17, 2012

Der Neuer Kunstverein Wien zeigt eine im Dialog der beiden künstlerischen Positionen von Tanja
Roscic und Loredana Sperini entstandene Ausstellung. Im Mittelpunkt des Projektes stehen Werke
beider Künstlerinnen, die um Strategien der Zersetzung, Aneignung und Wiederverwertung
geprägt werden.

Die Arbeiten der in Zürich lebenden kroatisch-albanischer Künstlerin Tanja Roscic zeigen
mystisch-surreale Welten, die um Entstehung, Metamorphose und Vergänglichkeit kreisen. Ihre
Werke bedienen sich einer mit Aspekten von Glamour, Okkultismus und Protestkultur
aufgeladenen Ästhetik und Materialität, bleiben aber stets rätselhaft und entrückt.
Tanja Roscics Interesse gilt insbesondere der Symbolik menschlicher Repräsentation, die sich in
Darstellungen von vorwiegend jungen Frauen äußert, deren Bildnisse mit Übermalungen,
Auslassungen und Fragmentierung konfrontiert werden. Diese in den Papierarbeiten vorgeführten
auratischen Wesen, die sich gleichsam collagenhaft aus medialen Vorlagen und abstrakten
Farbschlieren zusammensetzen können, enthüllen ihre Qualitäten zum einen in ihrer spürbaren
Haptik, aber auch durch ihre introvertierte Emotionalität. Dabei wendet sie sich mit ihren
Skulpturen einem Spiel mit Masken-und puppenhaften Konfigurationen zu. In ihren installativen
Inszenierungen, hinterfragt sie immer wieder die geläufigen Strategien der Konstruktion des
Subjekts und des kollektiven Ichs. Sie arbeitet dabei grenzüberschreitend: Videos, Raum-
Installationen, Zeichnungen, Texte, Musik oder Performances zeugen von einer selbstbezogenen
wie persönlichen Arbeitsweise.

In der Ausstellung im Neuen Kunstverein Wien werden neben Zeichnungen und Collagen ein
skulpturales Werk die Tanja Roscic gemeinsam mit Loredana Sperini speziell für den Raum in
Wien entwickelt hat, präsentiert. Loredana Sperini lebt und arbeitet in Zürich und wurde mit
reliefartigen Handstickereinen und Zeichnungen auratischer Frauenfiguren sowie mit der in
langsamen Schichtungsprozessen Vereinbarung von Wachs zu (Wand) Malereien bekannt. Sperini
zeigt eine neue Serie von kleinen Skulpturen, die aus gefundenen Porzellan-Fragmenten
entstanden sind. Ihre Skulpturen zeugen von vergangenen Zeiten und verdichten kleine Szenen zu
existentiellen Botschaften einer fragilen Gegenwart. Ihr Interesse gilt den «Abdrücken des
Menschlichen», der Übertragung von Körperlichkeit in Kunstwerke. Dabei geht es ihr auch um
deren kunsthistorische, sozialpolitische, aber auch eine poetische Rezeption. Körperteile und
abstrakte Konstruktionen ihrer Porzellanskulpturen, der in Berlin gefundenen Rudimente des 2.
Weltkiregs, bilden den Ausgangspunkt für einen Balanceakt zwischen Vertrautheit und Fremdsein,
Vergeistigung und Zerstörung, Freiheit und Gefangensein Schönheit und Grauen.
Neben Loredana Sperinis skulpturalen Werken werden auch ihre neuen Wachsmalereien, in denen
sie Wachs wie Farbe in vielen Schichten langsam auf Beton aufträgt, zu sehen sein.

mit freundlicher Unterstützung von

Neuer Kunstverein Wien
Bauernmarkt 9 / Stg. 3. / IX
1010 Wien

Contact: Katarzyna Uszynska
office@neuer-kunstverein-wien.at

Tuesday – Friday  4 – 7 pm
and by appointment
Neuer Kunstverein Wien wird unterstützt von:

Lenikus Unterstützer