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Ellen Cantor

Is Tragedy a Choice?

Das herausragende filmische Werk der US-amerikanischen Künstlerin Ellen Cantor zeichnet sich durch ihre virtuose Methode im Umgang mit Found Footage aus. Sequenzen aus klassischem Kino, Disney-Produktionen, New Wave Cinema und Horror Movies sowie eigene Videoaufnahmen fügte sie zu erzählerischen Collagen zusammen, die sich um weibliches Begehren, Sexualität, Erotik und extreme Emotionen, gesellschaftliche Konflikte, Politik, Psychologie und institutionelle Gewalt drehen. Nach einem Studium der Malerei an der Brandeis University, Waltham, MA (1983) arbeitete Cantor in den 1980er und frühen 1990er Jahren vor allem in den Medien Malerei und Skulptur, bevor sie mit Videoarbeiten und Zeichnungen bekannt wurde. Ein Leitmotiv ist ihr Bekenntnis „My perversion is the believe in true love“, das nicht nur ihre persönliche Sicht wiedergibt, sondern auch auf ihre grundsätzlich repräsentationskritische Haltung verweist („Don’t trust the image“). Ein zentraler Aspekt ihre Arbeit ist das Unterlaufen von medial und kulturell vermittelten Weiblichkeitskonzepten, um Klischees über weibliche Identität aufzubrechen und neue Formen des Selbstausdrucks zu erproben.

Biografie

Ellen Cantor, geboren 1961 in Detroit, Michigan, gestorben 2013 in New York, hat in London und New York gelebt und gearbeitet. Cantors Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u.a bei Paricipant Inc., New York (2016), Electronic Arts Intermix, New York (2016), Künstlerhaus Stuttgart (2016), ICA, London (2016), CCA Wattis, San Francisco (2015), Participant Inc., New York (2008), Sketch, London (2005), Transmission Gallery, Glasgow (2000), Kunsthalle Wien (1999), Kunstverein Salzburg (1999), Vorarlberger Kunstverein, Bregenz (1997). Cantor kuratierte auch u.a. die Ausstellung Coming to Power: 25 Years of Sexually X-Plicit Art by Women 1992 in der David Zwirner Gallery, New York. Derzeit wird ihr Werk und die Bedeutung ihrer außergewöhnlichen künstlerischen Position neu entdeckt. Die Premiere ihres letzten Films, Pinochet Porn (2008-2016), fand am 31. Oktober 2016 im Museum of Modern Art, New York statt.

Das Projekt findet in Kooperation mit dem Estate of Ellen Cantor und EAI, dem Blickle Kino 21er Haus, Belvedere statt.

Weitere Screenings ausgewählter Filmarbeiten der Künstlerin finden statt

12.4.2017
Aus dem Ursula Blickle Video Archiv, 21er Haus Blickle Kino, Belvedere, Wien

7.6.2017
Pinochet Porn (2008-2016), mumok, Wien

Bambi’s Beastly Buddies, 1999, ca. 15 min.

Fotos | Photos Courtesy of Neuer Kunstverein Wien

Eröffnung 15.3.2017, 18:00
Ausstellung 16.3.–14.4.2017
Ort Hochhaus Herrengasse 6–8, UG, 1010 Wien
Kuratiert von Synne Genzmer und Gerald Matt

Partner
Ellen Cantor Estate und EAI Electronic Arts Intermix
Blickle Kino 21er Haus, Belvedere Wien

mit freundlicher Unterstützung von

Hochhaus Herrengasse Wien
Bundeskanzleramt Kunst